
Die legendären Sektoren des Nordens und der Flandern: unmöglich, unversehrt davonzukommen
Auf die Gefahr hin, Sie zu enttäuschen: Es ist unmöglich, sich zu entscheiden.
Paris–Roubaix vergibt Sterne, um seine Sektoren zu klassifizieren; Belgien hingegen verlässt sich allein auf deren Ruf. Doch die Zuschauer täuschen sich nicht: Je mehr Menschen am Straßenrand stehen, desto größer ist der Einsatz – und oft ist genau dort der Ort, an dem man sein muss.
Hier also ein kurzer Überblick über die Passagen, die die Beine zittern und die Herzen höher schlagen lassen.

Paris–Roubaix
Arenberg
98 km vor dem Ziel: 2,3 km und 5 Sterne. In einem leicht abfallenden falschen Flachstück ist dies der am stärksten zerfurchte Sektor von allen. 📍 Segment auf Strava ansehen
Mons-en-Pévèle
50 km vor dem Ziel ist dieser 5-Sterne-Sektor wohl der am meisten unterschätzte. Und doch hinterlassen seine 3 km in einem leicht ansteigenden falschen Flachstück, garniert mit zwei rechtwinkligen Kurven (so scharf wie die Kanten der Pflastersteine), Spuren. Und das ansteigende falsche Flachstück nach dem Sektor könnte Sie durchaus bereuen lassen, jemals auf ein Fahrrad gestiegen zu sein.📍 Segment auf Strava ansehen
Camphin-en-Pévèle / Carrefour de l’Arbre
Weniger als 20 km vor dem Ziel ist die Abfolge dieser beiden Sektoren (1,8 km, dann 2,1 km) gefürchtet. Sie bringen das, was Ihnen an Muskeln noch bleibt, endgültig zum Verkrampfen. Mit dem bisschen Klarheit, das noch übrig ist, vermeiden Sie gerade noch den Straßenrand … und einen fatalen Platten. 📍 Carrefour de l’Arbre auf Strava
Die Flandern-Rundfahrt (Ronde van Vlaanderen)
Der Koppenberg
Er gilt als Schreckgespenst. Nur 600 Meter, aber mit einer maximalen Steigung von 22 %. Den Fuß abzusetzen heißt, zu akzeptieren, dass Sie auf dem Rad nicht wieder loskommen. 📍 Segment auf Strava ansehen
Der Kwaremont
Auf den ersten Blick rollend: 2,2 km bei 4 % im Schnitt. Aber nach drei Überfahrten am selben Tag sind wir gespannt auf Ihre Meinung dazu. 📍 Oude Kwaremont + Paterberg auf Strava
Der Paterberg
Eine Kuriosität. Letzter Anstieg des Rennens: 400 Meter schnurgerade mit 13 % im Schnitt, mit einem Finale bei 20 %. Zwei Rinnen verlaufen beidseits entlang des Pflasters, aber die echten Flandriens fahren in der Mitte – die anderen lassen dort ihren Ruf. 📍 Segment auf Strava ansehen
Die Mauer von Grammont (Muur van Geraardsbergen)
Für mich persönlich hat er mich immer am meisten gestresst. Man sieht ihn von sehr weit kommen, wie ein Monument, das sich gegen Sie aufbäumt. Nur 1,1 km bei 9 % im Schnitt, aber man sieht nie das Ende, weil die Steigung immer weiter anzieht und schließlich bei 20 % auf vom Zahn der Zeit gezeichnetem Kopfsteinpflaster endet. Die Kapelle Notre-Dame auf dem Gipfel ist wohl das ikonische Bild der Flandern-Rundfahrt. Fragen Sie Tom Boonen, der 2010 auf diesen Rampen einen gewissen Fabian Cancellara davonfliegen sah. 📍 Segment auf Strava ansehen

Gent–Wevelgem
Der Kemmelberg
Eine Art Ausflugsziel für alle Sonntagsradler aus der Region. Ein paar Weinreben an den Flanken des Monte Berg als Aperitif, dann links: eine Kopfsteinpflasterwand bis zum Gipfel. Durchschnittssteigung 4,5 %, maximal 23 %. Damit ist alles gesagt. 📍 Segment auf Strava ansehen
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