Warum heißt Paris-Roubaix „die Hölle des Nordens“?

Dieses Monument des Weltradsports trägt mehrere Namen oder Bezeichnungen.

Schauen wir uns die Bezeichnung „die Hölle des Nordens“ genauer an.

Entgegen der landläufigen Meinung stammt dieser Spitzname ursprünglich von den durch den Ersten Weltkrieg verwüsteten Landschaften.

Tatsächlich entdeckten einige eifrige Pariser Journalisten, die neugierig waren, die Strecke der Ausgabe von 1919 zu erkunden, bei ihrer Ankunft vor Ort ein vom Großen Krieg verwüstetes Land.

Nichts steht mehr, keine Bäume, keine Straßen, Landschaften der Verwüstung und eine traumatisierte Bevölkerung, die sich nur mühsam wieder aufrappelt. Es ist der Journalist Victor Breyer, der schreibt: „Die Fahrer werden wirklich durch die Hölle des Nordens fahren.“

Derselbe Journalist, der dem Chef des Magazins VELO und Organisator des ersten PARIS ROUBAIX im Jahr 1896 schrieb, dieses „teuflische Projekt“ abzusagen, das er als gefährlich für die Fahrer betrachtete.

Am Vorabend der ersten Ausgabe, nachdem er zur Erkundung einen ersten Teil der Strecke bis Amiens in einem Panhard 6CV zurückgelegt und am nächsten Tag mit dem Fahrrad bis nach Roubaix beendet hatte, war er erschöpft von den gepflasterten Straßen und dem Regen…

Es gibt kein Geheimnis, die Legende war geboren.

Um die Entstehung von Paris Roubaix zu verstehen, muss man wissen, dass Radrennen damals nicht zahlreich waren und dem ähnelten, was man heute Ultra-Distanz nennen würde (Bordeaux–Paris oder auch Paris–Brest–Paris). So war Paris Roubaix ein gutes „Training“, um sich diesen langen Distanzen zu stellen. Man bezeichnete dieses Rennen sogar als „nervös“, weil es in nur 9 Stunden absolviert wurde…

So hat Paris Roubaix diese Bezeichnung „Hölle des Nordens“ beibehalten, die sich ursprünglich auf das Grauen des Krieges bezog und sich auf das Rennen übertragen hat – nicht weniger brutal und endlos.

Warum? Die extreme Schwierigkeit des Rennens liegt heute in den 60 km Kopfsteinpflasterabschnitten auf den 260 km der Strecke. Die Unebenheit dieser Straßen stellt die Radfahrer vor eine permanente Herausforderung aus reiner Kraft, Gleichgewicht, Fahrtechnik und Strategie, denn man muss vorne in einer Reihe fahren, wenn man eine Chance haben will, bis zum Ende durchzuhalten.

Aber zu gewinnen ist eine weitere Schwierigkeit, denn man muss die nötige Kraft bewahren, um die letzten Kilometer gegen den Wind, manchmal den Regen und einen beginnenden Hungerast zu bewältigen.

Schließlich erfordert das Velodrom Ihre Qualitäten als Puncher-Bluffer-Sprinter am Ende der Anstrengung. Wer noch nie auf der Bahn gefahren ist, kann das nicht verstehen.

Man erinnert sich an den Ersten, selten an den Zweiten und noch weniger an den Dritten…